Im Barranco de Guayadeque
Wieder ein Fall für den Mietwagen: Nach einer Woche in Las Palmas sollte eine
zweite Woche im Süden der Insel folgen. Klar hätten wir auch mit dem Bus
fahren können. Wir wollten die Chance allerdings nutzen, und uns unterwegs so
einiges anschauen. Und schon unser erstes "Etappenziel" bestätigte uns vollauf,
dass wir richtig entschieden hatten!
Nicht zu Unrecht führt unser Reiseführer diesen Canyon als "Must-See": Die Natur ist wirklich beeindruckend. Zuerst muss man jedoch einmal herfinden. Von Ingenio kommend, fällt die sonst so gute kanarische Beschilderung plötzlich aus (scheinbar wurden zwei Schilder vergessen). Dank einer Baustelle konnten wir auch die Angaben unseres Routenplaners vergessen, die wir zuvor ausgearbeitet hatten. Aber einen Mund zum Fragen habe ich ja auch noch, und das brachte uns schließlich wieder auf die Spur. Auf dem Rückweg konnten wir feststellen: Über Agüimes ist der Weg besser ausgeschildert.
Der Guanchen-Name Guayadeque bedeutet übrigens soviel wie "Ort des fließenden Wassers", gab es im Tal doch früher ein schilfbewachsenes Flußbett. Heute ist die gesamte Schlucht zum Naturschutzgebiet erklärt worden - sicher nicht zuletzt wegen der rund 80 einheimischen Pflanzenarten, die man hier findet. Nachdem wir einige Kilometer Pflanzen und Landschaft bewundert hatten (die gut asphaltierte Straße führte die ganze Zeit im Tal der Schlucht entlang, also stets Berge zu beiden Seiten), erreichten wir schließlich ein kleines Dorf, Cuevas Bermejas.
Diese Kirche wurde aus dem Fels gehauen
Hier ist so ziemlich alles aus dem Fels gehauen: Die Wohnungen, Stallungen und
selbst die Kirche. Einiges davon kann man auch besichtigen (bei der Kirche zum
Beispiel gar kein Problem, da sie zum einen offen steht, und zum zweiten
direkt gegenüber einen Parkplatz hat). Wer nicht weiß, wo er sich halten soll,
bleibt einfach ein paar Minuten auf dem Vorplatz sitzen: Die nächste
Busladung Touristen kommt bestimmt, und hat einen Reiseführer dabei. Mit etwas
Glück spricht letzterer sogar eine Sprache, die man versteht - und man schließt
sich dieser Gruppe einfach an.
Anschließend sollte man die Straße noch ein Stück weiterfahren - bis sie
scheinbar in die Berge hoch will. Hier findet man das Restaurant
Tagoror, welches man
keinesfalls auslassen sollte. Auf der Liste der "Top 10" Restaurants auf Gran
Canaria steht es eindeutig auf dem ersten Platz, und serviert traditionelle
kanarische Küche zu wahnsinnig günstigen Preisen. Das alles noch in einem
wirklich einmaligen Ambiente: Auch das gesamte Restaurant ist eine einzige,
riesige Höhle, die aus dem Fels geschlagen wurde...