Malia (2003, 2016)

Eintrittspreis
6 Euro
Links
35°17'36.94"N 25°29'31.51"E
Online-Guide Kreta: Malia
Malia bei Kreta-Treff.DE
Minoische Kultur
Kulturgeschichte Kretas
Material
Izzy's Fotoalbum

Palast von Malia Ein Teil der Ausgrabungen ist zum Schutz überdacht Auch wenn diese Ausgrabungsstätte in den Reiseführern hinsichtlich ihrer Bedeutung auf Kreta erst an dritter Stelle gennant wird, ist ihr Besuch meines Erachtens wertvoller als der von Knossos. Jedenfalls sofern die Führung von dem gleichen Archäologie-Professor durchgeführt wird, den wir dort erleben durften: es war die lebendigste und informativste Führung überhaupt.

Neben zahlreichen Hintergrund-Informationen zur minoischen Epoche, von ihrem Beginn bis zu ihrem Untergang, wurden auch verschiedenste andere Facetten des Lebens zu jener Zeit von unterschiedlichsten Seiten beleuchtet. Obwohl unser Guide klar Stellung bezog, ging er auf die Pros und Kontras der anderen Darstellungen sowie auch auf alle von uns Besuchern gestellten Zwischenfragen ein. Und dabei hatte er eine erfrischende und lebendige Art, das Wissen selbst für absolute archäologische Laien interessant und verständlich zu vermitteln.

Karte der Palastruinen Karte der Palastruinen Wofür sich der Palast von Malia offensichtlich wunderbar eignet: auch wenn die Bewohner Malias in der Zeit vor der Ausgrabung häufig die "wunderbaren Steine", die sie auf ihren Äckern fanden, für den Bau ihrer Häuser mit nach Hause genommen haben (die Palastanlage befand sich fast direkt an der Oberfläche), verblieb dennoch genügend Material, um verschiedenste Sachen aufzuzeigen. So läßt sich zum Beispiel den Fakt, dass der Palast durch einen Brand zerstört wurde, sehr gut anhand der Tatsache belegen, dass Flächenweise Ziegel und Mörtel zu Terrakotta gebrannt ist. Nebenbei (von unserem Professor) bemerkt hakt die Theorie, die minoische Kultur sei mit der Zerstörung aller Paläste aufgrund der Flutwelle, die durch den Vulkanausbruch auf Santorini um 1600 v. u. Z. ausgelöst wurde, untergegangen schon daran, dass aufgrund der Gebirge auf Kreta eben diese Flutwelle die Paläste im Süden der Insel (Festos) nie erreicht hat. Sehr viel wahrscheinlicher ist hier ein heftiges Erdbeben, welches dann wohl auch Brände (wie hier in Malia nachweisbar) verursacht haben könnte – oder eine Eroberung durch die Dorer. Mit Sicherheit durch den beschriebenen Vulkanausbruch zerstört bzw. verschüttet wurde jedoch die minoische Stadt Akrotiri auf Santorini selbst – doch dazu an anderer Stelle mehr.

Vase im Palast von Malia Mannshohe Vase Eroberer dürften es hier leicht gehabt haben: nirgendwo wurden minoische Befestigungsanlagen gefunden. Die Paläste gingen nahtlos in die umgebenden Städte über: Revolutionen oder Angriffe von außen schien man also nicht befürchten zu müssen. Problematischer waren hingegen die häufigen Erdbeben, die sich auch nicht an den Jahreszeiten orientierten. So kann man mehrere Bauphasen erkennen, von denen einige flüchtig ("auf die Schnelle erstellt") erscheinen (wohl, da das Erdbeben während der Regenzeit im Winter stattfand, und die Schäden schnell behoben werden mussten), während andere sehr gründlich und sauber ausgeführt wurden.

Kurzum, und wie schon oben bemerkt: eine gründlichere Erklärung bekamen wir bei keiner Führung. Die zahlreichen Hinweise auf andere Ausgrabungen wie Knossos, Festos, Gournia und Akrotiri machten uns so richtig neugierig auf mehr. Hier ist also ein guter Start für eine Reise auf den Spuren der Minoer!

Malia Palace Überdachte Ausgrabungen am Malia Palace

Malia Palace Blick über das Ausgrabungs-Gelände des Malia Palace

Letzte Änderung: 2022-01-02