Sobek-Tempel in Kom Ombo
In der Tempelanlage von Kom Ombo, etwa 50km nördlich von Assuan gelegen, handelt es sich um einen Doppeltempel - eine für die ptolemäische Zeit ungewöhnliche Tatsache. Die Tempel sind dem Krokodil-Gott Sobek und Haroeris (Horus der Ältere) geweiht. Die passenden Triaden dazu bestehen aus Sobek-Hathor-Chons und Haroeris, Ta-Senet-Nofret, Pa-Neb-Taui.
Auch hier kommt der Name des Ortes wieder aus dem Arabischen: Kom Ombo bedeutet soviel wie "kleiner Berg" - ist doch die Tempelanlage auf einem kleinen Hügel direkt am Nilufer errichtet. Die Vorgängerbauten des in ptolemäischer Zeit erbauten Tempels gehen wahrscheinlich bis in die 12. Dynastie zurück. Der Ort Kom Ombo hat heute ca. 35.000 Einwohner und ist das Zentrum der oberägyptischen Zuckerproduktion. Da nach der Errichtung des Assuan-Staudammes in den 1960er Jahren viele der nubischen Familien hierher umgesiedelt wurden, nennt man ihn gelegentlich auch "Neu-Nubien".
Der hier verehrte Sobek war nicht nur ein Krokodilsgott, sondern auch ein Wasser- und ein Fruchtbarkeitsgott. Sein Hauptkultort, von den Griechen Krokodilopolis genannt, befand sich in der Oase Fajum - hier waren die Tiere natürlich, wie auch in Kom Ombo, heilig, und durften nicht so ohne weiteres getötet werden. Die Verehrung dieser Tiere schlägt sich dann auch in deren Mumien wieder, welche auch in Kom Ombo (in einer eigenen Kapelle) ausgestellt sind.