Abu Simbel

Öffnungszeiten
Sommer:
täglich 6-17 Uhr
Winter:
täglich 6-16 Uhr
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Wikipedia: Abu Simbel
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22°20'12.57"N, 31°37'32.38"E
AegyptenFans.DE: Abu Simbel
Abu-Simbel bei Kinder-Reiseführer: Abu Simbel
Material
Izzy's Fotoalbum
Reisebericht
Abu Simbel Abu Simbel

Etwa 280km südlich von Assuan befinden sich diese zwei gewaltigen, von Ramses II erbauten Tempel (nein, natürlich hat er sie nicht selbst gebaut). Eine Abwechslung für all diejenigen, die meinen, auf der Nilkreuzfahrt bereits "genügend Steine gesehen" zu haben: Dieser Tempel wurden nicht nach dem Prinzip "Stein auf Stein" errichtet, sondern in den Fels getrieben. Als diese Anlage 1813 entdeckt wurde, ragten nur die Köpfe der Statuen aus dem Sand, der die Anlage ansonsten völlig verschlungen hatte. Nicht zuletzt diesem Umstand ist es zu verdanken, dass sich hier alles recht gut erhalten hat. Was in erstaunlichem Umfang insbesondere auf die Farben zutrifft: Die Farbenpracht ist einfach umwerfend. Zu schade, dass man hier im Innern weder Fotografieren noch Filmen darf!

Wie auch bereits beim Isis-Tempel von Philae berichtet, war auch Abu Simbel bedroht, vom neuen Stausee verschlungen zu werden. Wie ungleich schwieriger muss sich jedoch hier die Rettungsaktion gestaltet haben - galt es doch im wahrsten Sinne des Wortes, Berge zu versetzen! Hier hat man allerdings ein wenig getrickst, und nicht die ganzen Berge trasnferriert. Vielmehr hat man den Teil, der keine Kunstwerke enthielt (also sozusagen den Kern und Teile der Aufbauten) einfach neu errichtet, teilweise gar aus Stahlbeton…

Nefertari Nefertari Eine Schwierigkeit besonderer Art stellte das Naturschauspiel dar, welches der größere Tempel zweimal jährlich, nämlich zum 20. Februar und zum 20. Oktober (Geburtstag und Inthronisationstag des Pharaos), bot: Die einfallenden Sonnenstrahlen drangen zu diesen Daten bis ins Innerste des Heiligtums vor, und erleuchteten dort drei der vier sitzenden Statuen. Nach dem "Umzug" des Tempels findet dieses Schauspiel nun einen Tag später statt.

Im Inneren des großen, Ramses II geweihten Tempels finden sich zahlreiche Darstellungen der berühmten Schlacht von Kadesh. Eigentlich Geschichtsfälschung im großen Stil: Der große Sieg, den Ramses II hier proklamieren ließ, war eigentlich eine fast-Niederlage. Aufgrund eines Patts der beiden Streitkräfte (Ägypter auf der einen, Hethiter auf der anderen Seite) kam es zum ersten bekannten Friedensvertrag der Welt. Dass auf einigen der Zeichnungen und Reliefs der Eindruck entsteht, der Künstler wäre betrunken gewesen (vieles ist doppelt: so hat Ramses vier Arme, die zwei Bogen halten, u.ä.), führt ein wenig in die Irre. Zum Verständnis muss man die Geschichte aus ägyptischer Sicht kennen: Amun kam dem Pharao zur Hilfe, seine Hand (und somit auch sein Bogen) errang den Sieg - was auf diese Weise zum Ausdruck gebracht werden sollte.

Der kleinere Tempel ist der Hathor geweiht. Seinen Eingang zieren neben vier riesigen (etwa 10m hohen) Statuen Ramses II auch zwei seiner geliebten Gattin Nefertari, welche hier neben der Hathor ebenfalls verehrt wurde. Oftmals wird darin ein besonderer Liebesbeweis des Pharaos zu seiner Frau gesehen. Auch nach ihrem Tod wird sie immer wieder in Bauwerken Ramses II dargestellt.

Letzte Änderung: 2021-12-31