Haus des Hadjigeorgákis Kornesios
Die Villa sieht heute noch so aus, wie der Namensgeber sie 1804 verließ: Die herrschaftliche Villa eines hohen Beamten. 1779 wurde Hadjigeorgákis Kornesios zum Dragoman ernannt – was soviel heißt wie "Dolmetscher" des Sultans. Tatsächlich verbirgt sich natürlich mehr hinter dieser "Vermittler"- Bezeichnung: Zum Einen der Steuereintreiber (der für Istanbul die Steuern bei den christlichen Bewohnern der Insel "sammelte" und nach dorthin überbrachte), und zum anderen der "Überwacher" der türkischen Beamten (der ein Auge darauf haben sollte, dass diese nicht zu viel in die eigene Tasche wirtschaften). Natürlich brachte diese Position ein lukratives Einkommen mit sich – aber auch die entsprechenden politischen Risiken: 1809 wurde Kornesios bei politischen Machtkämpfen hingerichtet, er soll gegen den Sultan intrigiert haben.
Heute beherbergt das Haus ein volkskundliches Museum, für das ein moderates
Eintrittsgeld verlangt wird. Einen Blick durch den Eingang kann man aber auch
ohne dies werfen, und sich von der Architektur beeindrucken lassen. Wer gerade
den Bischofspalast besucht, braucht lediglich
ca. 300m zu Fuß zurücklegen, um hierher zu gelangen.