Auf der 'Atlantis' nach Santorini
Nicht zuletzt durch "unseren Prof" beim
Palast von Malia aufgestachelt (wir
wollten jetzt unbedingt noch
Akrotiri anschauen), buchten wir
über die Vertretung unseres Reisebüros vor Ort eine "Ein-Tages-Kreuzfahrt"
nach Santorini. Wer bei dem Wort "Kreuzfahrt" jetzt jedoch an "Traumschiff"
oder die Werbung für die "AIDA" denkt, soll gleich mit ein wenig Seewasser
nachspülen: weit gefehlt. Die "Atlantis" - das Schiff unseres Ausflugs -
gehört mit Sicherheit nicht zu den Luxuslinern. Ist schon okay, der Kahn; man
darf nur nicht zu viel erwarten...
Die ganze Aktion sollte damit starten, dass uns ein Bus um sechs Uhr morgens an unserem Hotel abholt. Also sagten wir rechtzeitig Bescheid, dass wir einen ganzen Tag unterwegs wären (Rückkehr würde ca. 23 Uhr sein). Ah, Santorini - okay, kein Problem: Frühstück um fünf Uhr dreißig, und statt Abendessen gibt es ein Care-Paket. Prima. Zur Sicherheit wiesen wir nochmal darauf hin, dass wir ein vegetarisches Care-Paket möchten, nix Fleisch. Sollte auch kein Problem sein...
Anfahrt auf Santorini
Soweit zur Theorie - die Praxis sah leider ein wenig anders aus. Um 5:35 Uhr
morgens wollten wir also ein kleines Frühstück zu uns nehmen. Stattdessen
wurden wir mit der Bemerkung, der Bus fahre schon um halb sechs, sofort zur
Haltestelle gejagt - und hetzten verdattert dorthin. Angekommen, noch immer
grübelnd, schauten wir auf unseren Buchungs-Beleg: "6:00" stand da, klar und
deutlich. Zurück zur Rezeption. Was wir schon wieder hier wollten, wir würden
den Bus verpassen, sollten schleunigst wieder runter. Höflich nochmal an das
(mit Zimmernummer versehene) Care-Paket erinnert, selbiges mitgenommen,
wieder zur Haltestelle. Unnötig zu erwähnen: Punkt sechs Uhr kam der Bus.
Wozu also das Theater? Ganz einfach: Frühstück war nicht fertig! Wegen
Stromausfall, wie wir am nächsten Tag erfuhren...
Naja, jetzt ging's halt erstmal zum Schiff. War Atlantis nicht untergegangen? Nach einem solchen Tagesbeginn kommt man schon auf komische Gedanken. Zumal ohne Kaffee. Also an der Schiffs-Bar schnell mal einen geholt, um damit wach zu werden und den Kreislauf in Gang zu bringen. Puh! Das war der teuerste Kaffee des ganzen Urlaubs: Drei Euro! In der Taverne schräg gegenüber unseres Hotels gibt's für den Preis ein komplettes "continental Breakfast"! Zwei Stunden später entschädigte uns das (im Fahrpreis inbegriffene) Frühstück an Bord ein wenig. Mittlerweile war ja auch schon die halbe Überfahrt geschafft. Nach dem Frühstück dann noch eine Informations-Veranstaltung über Santorini. Aha, die Bustour nach Akrotiri (oder alternativ nach Ia) müssen wir nochmals separat löhnen. Nun, geschenkt wird einem wirklich nichts.
Im Hafen von Athinios
Gegen zwölf Uhr Mittags kamen wir dann auf Santorini an, und stiegen wieder
in den Bus um. Während der Fahrt erhielten wir dann noch einige Informationen
über Santorini - und natürlich in erster Linie über das, was wir da aus den
Fenstern sahen ("Zu Ihrer Linken sehen Sie..."). Zunächst ging es nach
Akrotiri, damit wir uns mit der nach Ia reisenden Gruppe in Pyrgos nicht
gegenseitig auf die Füße treten. Im Schnelldurchlauf wurden wir durch die
Ausgrabung geführt - gut, dass wir die Ausführungen "unseres Profs" schon
intus hatten: der arme Reiseleiter hatte schon mal schnell den Vulkanausbruch
umdatiert (auf 1500 v.u.Z.), sodass er durch seine Flutwelle die minoische
Kultur von der Insel Kreta gleich mit runterspülen konnte. Und so manch
anderes Detail klang auch ein wenig seltsam. Es ist halt immer gut, sich
rechtzeitig zu informieren - oder, wie die Werbung uns lehrt: "Gut, dass wir
verglichen haben" :-)
Rast in Pyrgos
Und weiter ging's nach Pyrgos. Zwischenstop an der Taverne, mit der das
Reiseunternehmen wohl einen Vertrag hat: Wir könnten uns ein wenig umsehen
und etwas essen, dann würde es weiter gehen. Denkste! Die Zeit reichte weder
zum Umgucken noch zum Essen. Und da der Busfahrer kein Eis im Bus duldete,
mussten wir selbiges vor dem Einstieg entsorgen. Offensichtlich wollten die
beiden (Busfahrer und Reiseleiter) jedoch nur schnell Feierabend machen: in
Fira angekommen, wurden wir an der Straße mit Hinweis auf Weg und Zeitpunkt
zum Einschiffen abgeladen, und "durften" nun die verbleibenden knapp zwei
Stunden auf eigene Faust "abbummeln"...
Das taten wir dann auch: man soll die Dinge ja immer positiv sehen. Also
schlenderten wir ein wenig durch die Gassen, und setzten uns dann in ein
Café. Die Aussicht von hier oben ist wirklich traumhaft: über den Hafen von
Fira sieht man die beiden Inseln des Vulkans, im Hafen selbst die zahlreichen
Schiffe (das Zoom der DigiCam half uns bei der Identifizierung, und so fanden
wir auch die "Atlantis" in der Menge der Schiffe). Und auch die Innenhöfe der
Villen haben es in sich (ein Blick in den Foto-Index zu "Santorini" unter
"Locations" zeigt eine kleine Auswahl). Ein schöner Fleck Erde, nur die Zeit
In Fira
war viel zu kurz. Wen ein "Trip" von Kreta nach Santorini interessiert, der
sei daher an dieser Stelle auf die Schnellboote hingewiesen, die die
Überfahrt in halber Zeit meistern. Oder auf die Zwei- bis Drei-Tage-Touren,
die von einigen lokalen Reisebüros offeriert werden. Inklusive Übernachtung
Frühstück.
Jetzt stand uns noch die Rückfahrt bevor. Mit der Seilbahn fuhren wir
hinunter zum Hafen, von dort brachten uns kleine Boote zu unserem in der
Bucht ankernden Schiff (auf dem Bild das letzte, direkt vor der Klippe). Und
als der Erik sich dann später am Abend, während der Rückfahrt auf der Atlantis,
sich über die Klimaanlage derselben beschwerte, war ich mir nicht sicher:
meinte der Tontechniker jetzt die seltsam ausgesteuerte Anlage der beiden
"Entertainer", die uns mit französischen Chansons quälten - oder wollte er
tatsächlich darauf hinweisen, dass die Besatzung offensichtlich den Saal mit
einer Frischhaltebox verwechselte? Auf jeden Fall wussten wir jetzt, warum wir
an einen "warmen Pullover für die Überfahrt" denken sollten: in kurzen Hosen
und T-Shirts können 18°C recht frisch wirken...