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Jerusalem: 13.04.2004

Der letzte Tag des Urlaubs bricht an, und für diesen haben wir uns einiges vorgenommen. Die Feiertage sind mittlerweile vorbei, und so langsam könnte in Israel ja die Normalität zurück kehren - das heißt, all die Plätze, die wir Central Prison Jerusalem "Central Prison Jerusalem" sehen wollten, könnten heute geöffnet sein. Also heißt es zur Abwechslung einmal früh aufstehen: um neun sitzen wir am Frühstückstisch, und um Viertel nach zehn befinden wir uns auch schon an der ersten Lokalität des Tages, dem "Central Prison Jerusalem". Ursprünglich wurde dieser Komplex als Hospiz errichtet, später jedoch als Gefängnis für Untergrundkämpfer umgebaut. Zunächst unter türkischer, dann unter britischer Besatzung saßen hier Mitglieder der verschiedenen Bewegungen wie Haganah und Irgun ein, und zu "guter" Letzt fanden auch Hinrichtungen statt - bis das Gefängnis mit der Unabhängigkeitserklärung und dem Abzug der letzten Besatzer 1948 seine Funktion verlor - und viele der Insassen direkt an die Front des Unabhängigkeitskrieges wechselten.

Underground City Tour Underground City Tour Von hier aus geht es wieder in die Altstadt: Im Cardo startend, erwartet uns eine gut zweistündige Führung durch die "Underground City". Hier sollte es sich als weise herausstellen, dass ich diese Tour bereits zwei Tage im Voraus gebucht habe: Die Familie, die ebenfalls teilnehmen sollte, hatte aus gesundheitlichen Gründen kurzfristig abgesagt, und so bekamen wir für US$ 17 eine private Führung (hätten wir erst jetzt zu buchen versucht, wäre diese Tour ins Wasser gefallen). Und obwohl ich diese Tour vor 7 Jahren bereits mit Jeff Seidel gemacht habe, hat Shem Tow, unser Reiseleiter, viel neue Informationen für mich - entweder habe ich diese seinerzeit (aufgrund der Größe der Gruppe, die damals aus über 30 Leuten bestand) verpasst, oder es liegt einfach daran, dass es diesmal ein anderer Reiseleiter war. Ich werde Southern Wall Excavations Southern Wall Excavations die Tour wohl sicher nochmals wiederholen - auch die Ausgrabungen werden ja noch fortgesetzt, und so kommt mit der Zeit noch einiges hinzu.

Und wo wir gerade hier sind, genehmigen wir uns - nach einer kühlen Verschnaufpause - auch noch die Besichtigung des "Jerusalem Archeological Park". Hier gibt es nicht nur beeindruckende Ausgrabungen zu sehen (sogar Räume mit Original "Tapete" sind darunter). Es sind auch Gerätschaften aufgestellt, die erahnen lassen, wie all diese Bauwerke zu jener Zeit errichtet wurden. Darüber hinaus gibt eine Filmvorführung Einblick in das damalige Leben.

Jerusalem bei Nacht Jerusalem bei Nacht Wieder ins Hotel zurückgekehrt, verschnaufen wir uns noch kurz. Das YMCA war so zuvorkommend, unsere "Checkout-Zeit" bis auf 18:30 Uhr zu verlängern (ohne Zuzahlung!), und so können wir uns noch einmal frisch machen. Und dann muss ich leider auch schon Lilia zum Bus bringen: sie fährt nach Kfar Saba zurück. Doch zuvor essen wir noch eine Kleinigkeit, und dann gilt es, sich zu Verabschieden...

Und auch für mich neigt sich die Zeit in Jerusalem dem Ende zu. Ich besuche nochmal die Fogelmans, um mich von ihnen zu verabschieden, und rede dabei noch lange mit Jakob. Dann schlendere ich noch ein wenig durch die bereits verlassen wirkende Altstadt, und kehre schließlich zum Hotel zurück, wo ich mein Gepäck ja noch gebunkert habe. Die letzten Postkarten werden noch geschrieben, und die letzten Zeilen meines Reiseberichtes - und dann kommt um kurz nach eins auch schon das Sherut für den Flughafentransfer.