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Der letzte Tag des Urlaubs bricht an, und für diesen haben wir uns einiges
vorgenommen. Die Feiertage sind mittlerweile vorbei, und so langsam könnte in
Israel ja die Normalität zurück kehren - das heißt, all die Plätze, die wir
"Central Prison Jerusalem"
sehen wollten, könnten heute geöffnet sein. Also heißt es zur Abwechslung
einmal früh aufstehen: um neun sitzen wir am Frühstückstisch, und um Viertel
nach zehn befinden wir uns auch schon an der ersten Lokalität des Tages, dem
"Central Prison Jerusalem". Ursprünglich wurde dieser Komplex als Hospiz
errichtet, später jedoch als Gefängnis für Untergrundkämpfer umgebaut.
Zunächst unter türkischer, dann unter britischer Besatzung saßen hier
Mitglieder der verschiedenen Bewegungen wie
Haganah und
Irgun ein,
und zu "guter" Letzt fanden auch Hinrichtungen statt - bis das Gefängnis mit
der Unabhängigkeitserklärung und dem Abzug der letzten Besatzer 1948 seine
Funktion verlor - und viele der Insassen direkt an die Front des
Unabhängigkeitskrieges wechselten.
Underground City Tour
Von hier aus geht es wieder in die Altstadt: Im Cardo startend, erwartet uns
eine gut zweistündige Führung durch die "Underground City". Hier sollte es
sich als weise herausstellen, dass ich diese Tour bereits zwei Tage im Voraus
gebucht habe: Die Familie, die ebenfalls teilnehmen sollte, hatte aus
gesundheitlichen Gründen kurzfristig abgesagt, und so bekamen wir für US$ 17
eine private Führung (hätten wir erst jetzt zu buchen versucht, wäre diese
Tour ins Wasser gefallen). Und obwohl ich diese Tour vor 7 Jahren bereits mit
Jeff Seidel gemacht habe, hat Shem Tow, unser Reiseleiter, viel neue
Informationen für mich - entweder habe ich diese seinerzeit (aufgrund der
Größe der Gruppe, die damals aus über 30 Leuten bestand) verpasst, oder es
liegt einfach daran, dass es diesmal ein anderer Reiseleiter war. Ich werde
Southern Wall Excavations
die Tour wohl sicher nochmals wiederholen - auch die Ausgrabungen werden ja
noch fortgesetzt, und so kommt mit der Zeit noch einiges hinzu.
Und wo wir gerade hier sind, genehmigen wir uns - nach einer kühlen Verschnaufpause - auch noch die Besichtigung des "Jerusalem Archeological Park". Hier gibt es nicht nur beeindruckende Ausgrabungen zu sehen (sogar Räume mit Original "Tapete" sind darunter). Es sind auch Gerätschaften aufgestellt, die erahnen lassen, wie all diese Bauwerke zu jener Zeit errichtet wurden. Darüber hinaus gibt eine Filmvorführung Einblick in das damalige Leben.
Jerusalem bei Nacht
Wieder ins Hotel zurückgekehrt, verschnaufen wir uns noch kurz. Das YMCA war
so zuvorkommend, unsere "Checkout-Zeit" bis auf 18:30 Uhr zu verlängern (ohne
Zuzahlung!), und so können wir uns noch einmal frisch machen. Und dann muss ich
leider auch schon Lilia zum Bus bringen: sie fährt nach Kfar Saba zurück. Doch
zuvor essen wir noch eine Kleinigkeit, und dann gilt es, sich zu Verabschieden...
Und auch für mich neigt sich die Zeit in Jerusalem dem Ende zu. Ich besuche
nochmal die Fogelmans, um mich von ihnen zu verabschieden, und rede dabei noch
lange mit Jakob. Dann schlendere ich noch ein wenig durch die bereits verlassen
wirkende Altstadt, und kehre schließlich zum Hotel zurück, wo ich mein Gepäck
ja noch gebunkert habe. Die letzten Postkarten werden noch geschrieben, und die
letzten Zeilen meines Reiseberichtes - und dann kommt um kurz nach eins auch
schon das Sherut für den Flughafentransfer.