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Heute ist ein "kurzer Tag": Erew Shabbat". Da das YMCA kein koscheres Lokal
hat, begeben wir uns zunächst auf die Suche nach einem Plätzchen zum
Frühstück, und gelangen so ins "Café Hillel".
Ausgiebig und in Ruhe lassen wir
Im Café Hillel
es uns hier mit Kaffee, heißer Schokolade, Ciche und Mazza-Sandwich gut gehen,
und brechen schließlich zu einem weiteren Rundgang in die Altstadt auf. Im
jüdischen Viertel ist es noch schwieriger, sich die aufdringlichen Leute, die
einem rote Fäden an den Arm binden, Heftchen in die Hand drücken oder auch
ohne diese Dinge Zedaka haben wollen, vom Hals zu halten, als im Shuk die
Händler. Man kann hier wirklich den ganzen Tag mit Zedaka-Geben verbringen:
Alle 5 Meter wartet jemand darauf. Und jeder will nur Papiergeld - keine
Münzen! Im Shuk wollen alle nur, dass man ihren Laden "ansieht" ("nur gucken,
nicht kaufen" - aber man kann sich sicher gleich denken, was aus dem Gucken
dann wird ;) Zum Abschluss des Nachmittags setzen wir uns zu einem Kaffee und
einem Juice in ein kleines Straßencafé nahe der Grabeskirche. Hier ist es etwas
Kotel und Felsendom
ruhiger - und ich bekomme endlich meinen langersehnten arabischen Kaffee (mit
Kardamom).
Für den Abend hat David uns einen Platz bei Familie van Gelderen in der
Alstadt arrangiert. Gemeinsam mit den Männern gehe ich für Kabbalat Shabbat in
eine kleine Synagoge nahe dem Damaskustor - ein recht verstecktes Plätzchen
Heiligkeit! Anschließend gibt es ein ausgiebiges Shabbatmahl im Kreis der
Familie - lecker und mit interessanten Gesprächen, zumeist auf Englisch. Was
natürlich für Lilia ein kleines Handicap darstellt, und leider spricht auch
niemand Russisch! Dafür spricht die Großmutter Deutsch: Sie ist in der Nähe
von Frankfurt geboren, und in den dreißiger Jahren nach Amerika ausgewandert,
wie auch der Vater des Hausherrn aus Holland. Ein schöner Spaziergang bei
angenehmer Abendluft bringt uns dann noch vor Mitternacht wieder ins Hotel
zurück. Die Altstadt ist angenehm leer und ruhig um diese Zeit!