Cenobio de Valerón
Dieser Platz war im Reiseführer als eines der "Must-See" Objekte aufgeführt,
also fuhren wir voller Erwartung hin. Die Anlage ist ganz nett, und super
gepflegt - dennoch waren wir recht enttäuscht: Einmal die Treppe hoch laufen,
unterwegs die Tafeln lesen und Pflanzen begutachten - und dann standen wir vor
einer Absperrung, von der aus wir einen Blick auf das Höhlensystem werfen
konnten. Hinein ging es nicht, da war ja die Absperrung davor. Von einem
"Gang, von dem links und rechts die einzelnen Kammern abzweigen" (Beschreibung
auf einer der Tafeln), sahen wir nichts...
Das Wort cenobio heißt soviel wie "Konvent": Ein spanischer Chronist hielt das ganze für eine Art Kloster für harimaguadas (altkanarische Adelsjungfrauen - nicht zu verwechseln mit alten, kanarischen Jungfern!). Ist schließlich kein Einzelfall, dass die geistliche Färbung überall erst einmal ein Kloster vermutet (siehe Qumran, wo die ersten Arbeiten dem Vatikan unterstanden) - auch wenn es sich um eine ganz andere Religion handelt. Da sind die Katholiken so richtig katholisch ;-)
Mittlerweile sind sich die Archäologen jedoch sicher, dass es sich hier vielmehr um Getreidespeicher gehandelt hat. Etwa 300 Kammern sind in den Fels gegraben worden - an hoch gelegener Stelle, um gegen Angriffe geschützt zu sein.
Übrigens: Der Gipfel über den Höhlen, der Montaña del Gallego, diente als
tagoror (Versammlungsort altkanarischer Adliger mit dem guanarteme,
dem König).