Krasi - Dikteo Andro - Lato - Kritsa

Wir schreiben Montag, den 25.08.2003 - und für diesen war mal wieder ein wenig Action angesagt. Kultur und Natur. Unser Tagesausflug sollte uns quer durch die Lassithi-Ebene führen.

Krasi Taverne in Krasi Aber die ganze Sache wollten wir dieses Mal ein wenig ruhiger angehen. Und so folgte der erste Break bereits nach einer knappen Stunde Fahrt in Krasi. Das bedurfte eines kleinen "Schleifchens" (Umweg ca. 2 km) an der Strecke, welches sich allerdings lohnte: in dieser Taverne ist es wirklich preiswert (etwas günstigeres habe ich auf Kreta noch nicht gefunden). Zudem sitzt man auch noch unter der wahrscheinlich größten Praline... äh... ich meine unter der mächtigsten Platane Kretas. Etwa 18 m Umfang misst der Stamm. Und steht mitten auf der Terasse der Taverne. Wenn das kein Stammbaum ist!

Lassithi Ebene Die Lassithi Hochebene Frisch gestärkt schwangen wir uns wieder in's Auto und druchkreuzten die Hochebene von Lassithi. Dank einer überraschend guten Ausschilderung (die ich mittlerweile auf Kreta für fast unmöglich gehalten hätte), fanden wir auf direktem Wege nach Psichro zur diktäischen Höhle. Bzw. zuerst zur nächsten Raubritterburg, dem Parkplatz mit Tavernen. Wir zogen es vor, ca. 200m vor dem Parkplatz kostenlos im Schatten zu parken, anstatt unser Auto gegen Aufpreis in der Sonne braten zu lassen. Vorbei an den Eseltreibern, die ahnungslose Touristen ("You will walk one hour to the Cave!") für zehn Euro pro Weg und Person auf einem Grautier transportieren wollen, waren wir nach gut 10 Minuten an der Kasse der Höhle. Hier durften wir feststellen, wie die Differenz von 50 Minuten zustande kommt: Dauertelefonat der Kassiererin. Tobender Beifall der Massen in der mittlerweile doch recht ansehnlichen Schlange ertönt, als sie schließlich auflegt...

Da fällt mir gerade auf, was für ein historischer Banause ich doch bin. Rede hier immer von Raubrittern - und dabei war Kreta ja vielmehr für Piraten berüchtigt...

Lato In den Ruinen von Lato Die Details zur Höhle finden sich bei der "Location Lassithi", und so spare ich sie hier aus und folge unserer Fahrt nach Lato. Abenteuerliche Straße. Die Karte ließ eine gute Asphaltierung vermuten, die auch streckenweise tatsächlich vorhanden war. Ab und an wurde die Fahrbahn jedoch sehr schmal, wies Kritsa In der Kritsa-Schlucht Schlaglöcher auf, die Granatentrichtern ähnelten, und ging sogar in Feldweg über. Dennoch erreichten wir Lato ohne Zwischenfälle. Die dort ausgegrabene dorische Stadt ist recht beeindruckend, und lohnt nicht nur deshalb, dass hier (trotz Einzäunung und Häuschen) kein Eintritt genommen wird.

Noch eindrucksvoller ist jedoch, zumindest für den Naturfreund und vor allem für den Schluchten-Fan, die Schlucht von Kritsa, die wir nun am späten Nachmittag erreichten. Da alle uns verfügbaren Informationen davon sprachen, dass der interessanteste Teil in 2-3 Stunden zu absolvieren sei, machten wir uns trotz fortgeschrittener Stunde an den Einstieg. Und wurden nicht enttäuscht: die Zeiten stimmten, und die Schlucht ist einfach wundervoll! Sie wirkt wild und weitgehend unberührt. Nein, es gibt für Touristen weder Wegmarkierungen noch gar betonierte oder asphaltierte Wanderwege: pure Natur. Stellenweise ist die Schlucht sehr eng, auch Klettern muss man hin und wieder (gutes Schuhwerk ist also ein absolutes Muss). Nach einer Pause am Katzenfelsen - naja, stimmt so nicht; richtig heißen muss es: Nach einer Pause im Angesicht des Katzenfelsens machten wir uns dann auf den Weg zum Auto, zurück nach Malia, wo wir im Sofokles... aber was jetzt käme, ist ja nun hinreichend bekannt. Hinzu kam an diesem Tag, dass wir beide gut geschafft in's Bett fielen...