Hauptmenü
Eine Android-App, die uns im Kreta-Urlaub 2016 sehr hilfreich zur Hand ging, war
My
Crete Guide. Leider nicht in deutscher Sprache (derzeit werden nur Griechisch,
Englisch und Russisch unterstützt) – dafür aber eine „All-in-One“ Lösung:
Und das alles komplett offline! Die App selbst bedeutet einen Download von ca. 20 MB. Nach dem ersten Start müssen zunächst die notwendigen Daten heruntergeladen werden, wozu die App direkt auffordert; das bedeutet nochmals ca. 200 MB. Hat man im Urlaub Netzzugang (etwa im Hotel-WLAN), kann durchaus ein Update-Hinweis bei aktualisierten Daten erfolgen (was einen erneuten 200-MB-Download bedeuten würde) – doch der lässt sich durchaus auch ablehnen.
Was gibt es in der Nähe?
Wo soll es nun hingehen? Natürlich kann man aus dem Hauptmenü zunächst sämtliche
Kategorien durchstöbern, um sodann große Ausflugspläne zu machen. Für verschiedene
Städte (etwa Heraklion,
Agios Nikolaos oder
Chania) gibt es sogar eine „Tour“ bzw. „Route“,
welche zu Fuß die wichtigsten Sehenswürdigkeiten absolviert. Spontan ist es jedoch
naheliegend, nach naheliegendem zu schauen: Was gibt es in der Nähe? Die entsprechende
Liste (siehe Screenshot zur Linken) lässt sich mittels der Buttons am unteren
Seitenrand sortieren: alphabetisch („A-Z“), Wichtigkeit („thumbs up“), Ratings
(Stern) oder Entfernung („A~B“). Wer sich die Belegung nicht merken kann: Icon
für 2+ Sekunden drücken und loslassen, dann informiert ein „Toast“ (kleine Pop-up Benachrichtigung) über die Funktion. Zu
jedem Punkt wird auch angezeigt, in welcher Entfernung und Richtung er sich befindet.
Details zu einer Sehenswürdigkeit
Klingt etwas interessant? Einfach den Eintrag antippen, dann gibt es Details (siehe
Screenshot rechts): Ein Foto der Location, sowie eine Beschreibung. Letztere, wie
bereits erwähnt, leider nicht auf Deutsch; bei Netzverbindung können „Bedürftige“
jedoch auf Online-Übersetzungen (da gibt es einen „translate“ Button unten links
im Screenshot) zurückgreifen. Eine Icon-Leiste (in der Mitte des Screenshots zu
sehen) ermöglicht nun Kontext-sensitive Aktionen. Von links nach rechts: Was gibt
es noch interessantes da in der Nähe? In welcher Richtung und Entfernung befindet
sich diese Location? Bitte mal auf der Karte anzeigen! Kannst Du mich auch dorthin
navigieren, liebe App? Oh, toller Ort – bitte zu meinen Favoriten hinzufügen! Da
war ich gerade, und möchte jetzt eine Bewertung / einen Kommentar dazu hinterlassen.
Die Navigation öffnet ein Untermenü, wie auch im Screenshot zu sehen. Zwei der Punkte sind selbsterklärend: Mit dem Auto oder zu Fuß? Der dritte Punkt zeigt ggf. kürzere Strecken, die aber nicht unbedingt qualitativ besser sind. Also gut: Wollen wir einmal unser Glück als Fußgänger versuchen, und uns zu einem Ort navigieren lassen? Los geht´s:
Fußgänger-Navigation
Wie man es von einer Navigations-App erwarten würde, wird die Route auf der Karte
hervorgehoben, die aktuelle Position angezeigt, und es erfolgen „Turn-by-Turn“
Anweisungen (am unteren Rand). Letztere allerdings nur, wenn man sich auch auf der
eingezeichneten Route befindet; komm also nicht vom Wege app, Rotkäppchen! Oder
tu das weit genug, dann wird die Route neu berechnet. Alles ohne Netzverbindung.
Für die „Streuner“ unter uns interessant: Natürlich werden auch die im Kartenbereich sichtbaren anderen Highlights angezeigt, wie im Screenshot zu sehen (einfach auf selbigen klicken für ein größeres Bild). In meinen „Tests“ funktionierte die Navigation wunderbar. Freilich benötigt sie GPS; ohne Netzwerk-Verbindungen haben die meisten von uns ja keine andere Möglichkeit zur Ortsbestimmung – was die App einfach mal so annimmt. In meinem Fall lag sie da falsch, da ich dank des LocalGsmNlpBackend und einer lokalen OpenCellID Datenbank durchaus eine Alternative habe. Aber damit gehöre ich wohl eher zu einer Minderheit, die hier keine Berücksichtigung findet: Ortsbestimmung beherrscht die App ausschließlich via GPS.
Kartenausschnitt
Ab und an verrät die App auch etwas, was selbst Ortsansässige nicht zu wissen scheinen.
Unsere Frage an einer Strandbar, ob man von hier aus am
Strand entlang bis zu einem gewissen Hotel käme, wurde abschlägig beantwortet: Nein,
da käme man nicht ohne weiteres durch. My Crete Guide war da anderer meinung, wie
der rechte Screenshot offenbart – und hatte Recht: Nur mit Badelatschen an den Füßen war
dort ein bequemes Durchkommen.
Zusammengefasst: Einen Reiseführer aus Papier konnten wir uns Dank dieser App
komplett sparen. Wer eine der unterstützten Sprachen (Griechisch, Englisch oder Russisch)
gut genug beherrscht (sprich: „alltagstauglich“), trifft mit My Crete Guide eine
gute Wahl. Einzig die integrierte Werbung ist gelegentlich ein wenig aufdringlich: Mit
U-Boot Sonar-Klang schiebt sich da schon einmal eine Anzeige für eine Autovermietung
(die nicht unbedingt in näherer Umgebung sein muss – teilweise war sie sogar am anderen
Ende der Insel in 100+ km Entfernung) von oben ins Bild, die sich jedoch mit einem
einzelnen Klick (nein, nicht auf die Werbung zum Öffnen) entfernen lässt. Diese integrierte
Werbung ist jedoch, wie sämtlicher anderer Content der App, komplett offline. Und
bedenkt man, welch umfangreiche Informationen und Hilfestellungen einem die gratis
verfügbare App zur Verfügung stellt, ist man doch leicht zur Vergebung bereit. Die gut
viereinhalb Sterne, welche My Crete Guide im Playstore von derzeit knapp
zweitausend Bewertern erhalten hat, sind also durchaus gerechtfertigt. Eine klare
Empfehlung daher auch von meiner Seite!