Im Rimon
Das Restaurant "Rimon" ziert sich mit dem Prädikat "koscher lemehadrin", und
sollte somit auch dem strengsten orthodoxen Anspruch genügen. In zwei Bereiche
aufgeteilt, lassen sich hier sowohl fleischliche als auch milchige Genüsse
befriedigen. Es sitzt sich sehr angenehm: Neben dem Freibereich, der am Abend
doch schon recht kühl werden kann, und dem Innenbereich (der doch zumindest
direkt neben dem Fleisch-Grill so seine Nebenwirkungen haben kann), gibt es
auch noch einen Wintergarten-ähnlichen Sitzbereich, der die Vorzüge der beiden
anderen Teile vereint und die Nachteile ausläßt: windstill und angenehm
temperiert, und trotzdem mitten im Leben der Stadt.
Von letzterem gibt es hier einiges: Das Rimon befindet sich auf der Ben Jehuda, etwa auf der Höhe des Kikar Zion (wenn man von diesem kommt, auf der rechten Seite). Wer hier essen möchte, sollte aber viel Zeit und Geduld aufbringen: allein das begleichen der Rechnung benötigte schon eine halbe Stunde. Als selbige dann zwecks Diskussion auch noch der Tischdame präsentiert wurde, nur weil sie mit der Kellnerin die Muttersprache (Russisch) teilte, fiel für mich kaum noch ins Gewicht, dass die Vorsuppe erst nach dem Hauptgang fertig werden sollte, und letztendlich dann doch gar nicht verfügbar war.
Der ganze Trouble mag jedoch nicht zuletzt damit zusammen hängen, dass unser Besuch am ersten Abend nach Pessach stattfand, und das Restaurant somit nach den Feiertagen (mit dem dazugehörigen Pessach-Putz) gerade erst öffnete. Und die ganzen "chametzigen" Sachen sicher gerade erst antransportiert wurden. So scheint sich das Lokal dennoch großer Beliebtheit zu erfreuen: Schon kurz nach dem Öffnen war es schwierig, noch einen freien Tisch zu finden...