Nabatäer-Stadt Avdat
Über 6 Jahrhunderte hinweg kontrollierten die Nabatäer die sogenannte
"Spice-Route". Quer durch die Wüste brachten sie die Gewürze, Kosmetik und
andere Schätze aus dem Süden der Arabischen Halbinsel. Nur sie kannten den Weg,
und nur sie wussten die Herkunft des kostbaren Handelsgutes. Mehr als 60 Tage
waren die Händler mit Kamelen durch die Wüste unterwegs - und so gibt es auch
mehr als 60 Stationen auf diesem Wege - eine davon war Avdat. Ziel der Route
war zumeist Gaza - zu jener Zeit ein wichtiger Exporthafen.
Auf einem Berggipfel oberhalb des Wadi Zin, ca. 600m über dem Meeresspiegel gelegen, bot die befestigte Stadt Zuflucht bei feindlichen Angriffen. Vor ihren Toren bildete sich ein Marktplatz, auf dem Händler ihre Waren feilboten. Aber auch das Handwerk war vertreten - Zeuge davon ist u.a. eine große Weinpresse. Offensichtlich wusste man, das Land zu bewirtschaften - hier mussten Unmengen von Trauben zu Wein verarbeitet worden sein! Die zahlreichen Wohnungen, die entlang des Berghanges in Form von Höhlen gegraben wurden und zumeist aus mehreren Räumen bestanden, zeigen, dass hier eine große Siedlung - oder besser eine kleine Stadt - entstanden war, die nicht unbedingt von Armut geprägt war.
Karte von Avdat
Zisterne in Avdat
Ihren Namen erhielt sie von Oboda, einem der nabatäischen Könige. Bewohnt war
sie für etwa 1.000 Jahre: Im 4. Jhd. v.u.Z. gegründet, setzte sie im 1. Jhd. u.Z.
ihren Schwerpunkt auf die Landwirtschaft. Eine Inschrift aus dieser Zeit
erwähnt König Rav'el als "Retter und Erneuerer seines Volkes" - wahrscheinlich
hatte er diesen Akzent gesetzt. Nach dem Tode Rav'els im Jahre 106 u.Z., wurde
das nabatäische Königreich von Rom annektiert. Sein Einfluss spiegelt sich auch
in den Ruinen der Stadt wider. Avdat erreichte seine Blütezeit während der
byzantinischen Periode (4.-7. Jhd. u.Z.). Das Eindringen fremder Nomaden sowie
die arabische Eroberung des Landes um 636 u.Z. führten schließlich zum
Verfall der Stadt.
Was die Wasserversorgung angeht, waren die Nabatäer wahre Meister ihrer Zeit: Ein Netz von Zisternen war hier derart miteinander verbunden, dass das Regenwasser zunächst die "privaten" Zisternen auffüllte. Waren diese voll, floss das "überzählige" Wasser von hier aus weiter in die gemeinschaftlichen Zisternen. Und wer etwas über die "andere Richtung" wissen will: Sogar eine alte nabatäische Toilette findet sich auf dem Gelände...
Nun noch ein wenig von der obligatorischen Werbung, die sich auch schon bei
En Avdat und dem Maktesh Ramon findet - aber wir waren von der Jeep-Tour mit
Yehuda, dass wir ihn einfach weiter empfehlen müssen: Wer also eine Führung
durch Avdat möchte, wendet sich an ihn. Die dafür nötigen Kontaktdaten
für Karkom Tours finden sich in der Info-Box links.