Famagusta (2018)

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Famagusta Blick auf Famagusta (Mağusa)

Verschiedene Reisegesellschaften bieten Halb- und Ganztagestouren in den türkischen Nord-Teil Zyperns an. Wir haben uns für Aphrodite's Tours (Link siehe Infobox) entschieden: Als einzige Gesellschaft schließt diese auch einen Besuch von Hilarion Castle in ihre Tagestour mit ein.

Famagusta ist die erste Station auf dieser Tour. Fast alle Reisegesellschaften werben mit „See the Ghost-Town of Famagusta“ (Varosha oder auch Varosia; heute militärische Sperrzone und nicht zugänglich). Genau hinschauen: „See“ (sehen), nicht „visit“ (besuchen) heißt es. Letzteres ist nämlich nicht gestattet. Und so fahren die Reisebusse auch nur daran vorbei. Wer Fotos machen will, sollte dies (vorsichtig) aus dem Bus machen – es gibt keinen „Foto-Stop“, da nämlich selbst das Fotografieren eigentlich verboten ist (und zu Festnahme sowie Beschlagnahme der Kamera führt). Doch die Geisterstadt hat auch ihr Gutes: So brüten hier nun seltene Meeresschildkröten.

Der eigentliche Name des Ortes ist Αμμόχωστος (Ammochos), die Türken nannten es Mağusa (und nennen es seit der türkischen Invasion 1974 Gazimağusa). Die einstige Fischersiedlung wurde zum Touristenzentrum. Noch heute ist Famagusta formal weiterhin Hauptort des Bezirks Famagusta der Republik Zypern.

St. Nicolas St. Nicolas Kathedrale Die von 1291 bis 1373 errichtete St. Nicolas Kathedrale war einst das bedeutendste „Gotteshaus“ in Famagusta. Im 14. Jahrhundert wurden hier die Lusignans zu Königen des untergegangenen Königreiches Jerusalem und von Zypern gekrönt. Eine Vielzahl von Kirchen, Konventen und Klöstern, Synagogen und Moscheen wurden im Umkreis gegründet. In der Mitte des 14. Jahrhunderts war Ammochostos die reichste Stadt des östlichen Mittelmeeres.
Heute findet sich in der ehemaligen Kathedrale die Lala-Mustafa-Pascha-Moschee – benannt nach dem General der osmanischen Armee, mit seinem Heer der die Stadt 1570 belagerte und, nach 11 Monaten Belagerung, 1871 schließlich einnahm.

Auch die Venezianer haben hier ihre Zeichen hinterlassen – so mancher steinerne Löwe zeugt noch heute davon, dass sie sich hier niedergelassen hatten. Weitgehend original erhalten ist auch noch die die Altstadt umgebene Festungsmauer aus dem 16. Jahrhundert, mit einer Gesamtlänge von dreieinhalb Kilometern. Von den Palästen der Kreuzritter und reichen Kaufleute zeugen noch zahlreiche Ruinen.


Letzte Änderung: 2022-01-04