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Izzy in Karnak
"Ring, ring!" Gerade einmal 6:20 Uhr ist es, und schon heißt es wieder
aufstehen. Und dann nennt sich das Ganze auch noch Urlaub! Nach absolviertem
Frühstück brechen wir dann gegen 8:20 Uhr auch schon auf. Mit dem Bus geht es
wieder nach Karnak - welches wir
ja auch bereits am vorigen Abend mit der
"Ton und Licht" Show erleben
durften. Heute sehen wir das Gelände also bei Tageslicht, und bekommen dafür
sogar genügend Zeit gegeben. Der zeitliche Engpass in
Deir el-Bahari scheint also
wirklich ein Einzelfall gewesen zu sein.
Wer nun gedacht hat, am Vortag bereits alles gesehen zu haben, der irrte. Viele Details erschließen sich erst bei Tageslicht - wenn auch einige Aufnahmen bei der gestrigen Beleuchtung wesentlich besser gelangen. Waren es bei der Show die verschiedenfarbigen Lichter, so kommen heute (zumindest stellenweise) die originalen Farben der "Wandmalereien" zur Geltung. Was sich jedoch gestern wie heute als nervig herausstellt, sind die aufdringlichen "Führer", die einem die angeblich besten Plätze zum Fotografieren zeigen wollen - natürlich gegen Bares, und ganz egal ob es einen selber interessiert oder nicht. Da hilft wirklich nur pure Ignoranz (oder eine Menge Kleingeld)...
Um 10:30 Uhr verlassen wir schließlich das weitläufige Gelände, und treffen
uns wieder am Bus. Wie zu erwarten, geht es zunächst einmal wieder in einen
Shop. Diesmal nennt sich selbiger "Papyrus Institute". Hier wird uns zunächst
gezeigt, wie man in Manufaktur aus Papyrusstengeln Schreibblätter herstellen
Der Tempel von Luxor
kann. Sodann können wir uns in Ruhe umschauen: Zahlreiche, teilweise bunt
bemalte Papyri mit verschiedensten Motiven sind hier ausgestellt. Natürlich
sind Großeinkäufe wünschenswert, weshalb man uns auch sogleich 10% Rabatt
anbietet.
Dennoch haben, als sich der Bus in Richtung Luxor-Tempel in Bewegung setzt, nur wenige zugeschlagen. Es sindhalt immer noch recht stattliche Preise - vor allem, wenn man dabei das Einkommen eines durchschnittlichen Einheimischen im Hinterkopf hat...
Der Luxor-Tempel, um einiges kleiner als selbiger in Karnak, ist ebenfalls dem Amun geweiht. Beide waren zeitweilig mit einer Sphingen-Allee verbunden, welche Nektanebos errichten ließ - die aber heute größtenteils überbaut ist, und daher nur in kleinen Teilen freigelegt werden konnte. Am äußeren Pylon (dem Eingang für heutige Besucher) sticht sofort ein großer Obelisk ins Auge, dem irgendwie das Gegengewicht fehlt. Letzteres liegt daran, dass sein Zwilling 1883 dem französischen König zum Geschenk gemacht wurde - und nunmehr seit 1885 auf dem Pariser Place de la Concorde zu bewundern ist.
Und auch hier findet man wieder überall die Kartusche Ramses II., obwohl die Tempelanlage ursprünglich von Amenophis III. errichtet wurde. Der zweite Ramses hat es eben auf ein recht stattliches Alter und eine ebenfalls recht stattliche Regierungszeit gebracht, was ihm genügend Zeit gab, um zum einen zahlreiche Monumente errichten zu lassen, und zum anderen so einige andere zu ursurpieren...
Luxor-Tempel und Nil
Nachdem wir nun auch hier wieder genügend Zeit zur Besichtigung erhalten haben,
verlassen wir den Tempel gegen 12:30 Uhr, um uns zum Mittagessen wieder aufs
Schiff zu begeben. Pünktlich mit selbigem sollte selbiges dann um 13:00 Uhr
ablegen, um sich auf den Weg in Richtung Assuan zu machen. Jetzt, wo ich diese
Zeilen schreibe, ist es jedoch mittlerweile 15:25 Uhr, und wir liegen noch
immer vor Anker...
Doch schon zehn Minuten später sind wir auf dem Nil unterwegs, und das fruchtbare Tal zieht zu beiden Seiten an uns vorbei. Wir sehen zahlreiche kleine Orte und Siedlungen, spielende Kinder, und ebenso Menschen, die auf den Feldern arbeiten oder mit kleinen Booten unterwegs sind.
Am Abend schließlich erreichen wir Edna, wo wir uns in die Reihe der Schiffe
einreihen, die ebenfalls durch die Schleuse wollen. Während wir hier nun also
abwartend vor Anker liegen, steigt an Bord die obligatorische
"ägyptische Party" - zu der jeder in
ägyptischer Tracht erscheinen sollte. Die nötigen Utensilien (sprich:
Kleidungsstücke) gibt es natürlich in dem kleinen Shop an Bord, welcher Dank
dieser Tatsache einen ordentlichen Umsatz gemacht haben dürfte. Böse Zungen
behaupten, dass dies der eigentliche Grund für die Party wäre...