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Am Nil
Bereits um 6:20 Uhr werden wir telefonisch aus dem Bett geworfen. Im
Halbschlaf geht es also ins Bad und weiter zum Frühstückstisch, und um 7:30
Uhr verlassen wir gruppenweise das Schiff. Der Übersichtlichkeit halber hat
man die Gästeschar für die Ausflüge in drei Gruppen eingeteilt, und den
einzelnen Gruppen Namen gegeben (um sie einfacher zusammenrufen zu können).
Unsere Gruppe hat den Namen "Hapi" erhalten. Passend dazu beginnt unser
heutiger Ausflug dann auch mit einem kleinen Motorboot, welches uns zum
Westufer des Hapi, pardon, Nil bringt. Dort erwarten uns bereits drei
Reisebusse (einer pro Gruppe), um uns zum Tal der Könige zu bringen.
Doch zunächst gibt es nach ca. zehnminütiger Fahrt einen Zwischenstop an den sog. Memnon-Kolossen - ihres Zeichens die einzigen Überbleibsel eines Temels des Pharaos Amenophis III (Amun-Hotep Neb-Maat-Ra); letzteren haben sie wohl ursprünglich auch dargestellt. Da die Gesichter leider zerstört sind, lässt sich das nicht so einfach erkennen. Die Inschriften dürften aber einiges dazu aussagen...
Nach etwa 10 Minuten Pause, die man uns für diese Standbilder zugebilligt hat, geht es weiter - und der nächste Halt ist jetzt auch wirklich im Tal der Könige. Die Eintrittskarten werden verteilt, es erfolgt eine Einleitung in die Thematik sowie eine Empfehlung, welche Gräber wir besuchen sollten, und die Gruppe verteilt sich.
Im Tal der Könige
Das Ticket berechtigt zum Besuch von drei Gräbern (für mehr hat man uns auch
kaum Zeit gelassen), unsere Besuche galten den Pharaonen Sethos II (das
einzige Grab, in dem auch noch eine Mumie ausgestellt ist), Thutmoses III (ein
sehr tiefes Grab), sowie Ramses III (ein sehr schön ausgeschmücktes Grab).
Leider ist in den Gräbern das Filmen und auch das Fotografieren komplett
verboten (auch, wenn man auf den Blitz verzichtet). Wer erwischt wird, bekommt
den Apparat im besten Falle abgenommen (um ihn am Ausgang wieder zu erhalten),
die Fotos werden gelöscht (bei Digitalkameras) - oder man muss sich auf einen
längeren Aufenthalt einrichten. Fazit: Man lässt es entweder gleich ganz, oder
sich halt nicht erwischen. Dass man hier auf keinen Fall mit Blitzlicht
hantiert, sollt sich eigentlich von selbst vestehen: Mehrere tausend Jahre
haben die wunderschönen "Wandmalereien" gut bis sehr gut überstanden - ein
Blitzlicht-Gewitter würde die Farben jedoch in kürzester Zeit zerstören.
Richtig konsequent ging man am Grab des Tut-Anch-Amun (Neb-Chefru-Re) vor: Hier müssen alle Kameras am Eingang abgegeben werden. Ein Ticket für dieses Grab muss man an der Kasse zusätzlich erwerben. Es kostet allerdings mit 70 Pfund mehr als ein Ticket für drei andere Gräber (55 Pfund). Wer nun etwas Besonderes hier erwartet, dürfte etwas enttäuscht zurückkommen. Daher die Empfehlung: Wer noch nie ein solches Grab gesehen hat, aber gern viel verschiedene davon besichtigen möchte, kauft besser eine weitere Dreierkarte (und hat mehr davon). Auf jeden Fall bei "Tuti" vorbeischauen sollte jedoch, wer sich z.B. insbesondere für ihn bzw. die 18. Dynastie interessiert. Vorfinden wird der Besucher am Ende des Ganges den leeren Vorraum (ohne Ausgestaltung), sowie die eigentliche Grabkammer mit Ausgestaltung und dem (geschlossenen) Sarkophag. Das Ganze macht keinen besonders spektakulären Eindruck (wie ihn etwa der Archäologe Carter und sen Team bei der Entdeckung des unversehrtn Grabes im Jahr 1922 gehabt haben dürften), hat aber seine eigenen Reize. Besonders der Sarkophag ist in einem sehr guten Zustand (die Mumie leider nicht mehr, da Carter & Kollegen sie ziemlich zerlegt haben).
War die Zeit hier schon ein wenig knapp bemessen, so sollte das bald noch knapper werden. Denn jetzt kam die wichtigste Haltestelle: Der obligatorische Souvenirshop mit seinen besonderen Touristenpreisen. Die Frage nach deren Höhe haben wir uns gleich erspart, was sich, zurück im Bus, auch als richtig erwies: Richtig "Gute" Preise - so gut, wie man es sich nicht unbedingt leisten kann bzw. möchte.
Deir el-Bahari
Rein in den Bus, und weiter gehts nach
Deir el-Bahari, zum Tempel einer
der wenigen Frauen auf Ägyptens Thron: Hat Schepsut (Maat-Ka-Re). Für dieses
wunderschöne und beeindruckende Bauwerk sollten wir gerade einmal 30 Minuten
Zeit bekommen! Das reicht natürlich vorn und hinten nicht (eine Stunde wäre
schon knapp, aber wenigstens ansatzweise angemessen gewesen). Also hetzen wir
in 45 Minuten durch das Gelände, um uns zumindest einen Überblick zu
verschaffen. Zumindest ist hier Fotografieren und sogar Filmen erlaubt, sodass
mir zumindest einige gute Aufnahmen vergönnt sind.
Der Bus hat zum Glück auf uns gewartet, und natürlich werden wir auf unsere "Überfälligkeit" angesprochen. Aber schneller ging es nun wirklich nicht, und schließlich sind wir hier nicht auf der Flucht, sondern im Urlaub - und wollen auch die Sachen sehen, wegen derer wir die Reise angetreten haben! Mit dem Bus geht es nun zügig zurück zum Fluß, wo wir mit den kleinen Motorboten wieder zum Ostufer gebracht werden. Mittlerweile ist es kurz vor ein Uhr, und so gibt es auch gleich Mittagessen. Anschließend halte ich noch kurz das Erlebte fest, um mich dann - von einer kleinen Dusche erfrischt - noch ein wenig auszuruhen. In wenigen Stunden wird es das Captains Cocktail geben, gefolgt vom Abendbrot...
Und nach dem Abendbrot brechen wir um 20:30 Uhr auf zum Karnak-Tempel, um uns
die "Licht und Ton" Show
anzusehen und -hören. Etwas, das man sich nicht entgehen lassen sollte! Zwar
sind 25 Euro ein stolzer Preis für das etwa 80minütige Spektakel (und die
ganzen Trinkgelder für die Herren, die einem die besten Plätze für Foto und
Film zeigen, sind ebensowenig inbegriffen wie das Ticket, welches man zum
Preis von 35 Pfund fürs Filmen bezahlen muss - fotografieren ist hingegen
kostenlos), aber es lohnt sich. Die Lichteffekte sind wirklich sehenswert, und
nebenbei erfährt man noch so einiges aus der altägyptischen Geschichte. Als
wir schließlich wieder auf dem Schiff angekommen sind, fallen wir nach einem
Nachtdrink totmüde ins Bett...